Almanya Alevi Birlikleri Konfederasyonu


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  • Frauenkurse: Nicht nur die Förderung der deutschen Sprache
    10-10-07


    Projekt gestartet:

    Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF) organisiert in Zusammenarbeit mit dem Alevitischen Frauenverband in 15 alevitischen Ortsgemeinden Frauenkurse.



     

    Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat im letzten Jahr ein Neukonzept Frauenkurse vorge-legt und veröffentlicht. Daraufhin hat die AABF ein Projekt

    entwickelt und stellte Antrag beim Bundesamt. Der Antrag wurde genehmigt. Danach sollen insgesamt 24 Kurse in verschiedenen Standorten durchgeführt werden.

    Der Alevitische Frauenverband Deutschland hat dieses Projekt unter seinen Mitgliedern bekannt gemacht. Um die Feststellung der Standorte hat die Stellvertretende Vorsitzende Frau Deniz Çetinkaya mehrere Informationsveranstaltungen durchgeführt.

     

    Danach erklärten 11 Frauengruppen aus den Alevitischen Ortsgemeinden bereit, Frauenkurse durchzuführen.

    Interessierte Gemeinden haben noch Möglichkeit, sich für einen Kurs zu melden. Die Kurse müssen allerdings bis Ende des Jahres abschließend durchgeführt werden.

    An jedem Kurs müssen mindestens 10 Frauen teilnehmen.

    Jede Kurseinheit umfasst 20 Zeitstunden, die je nach Thema und örtlichen Gegebenheiten flexibel aufteilbar sind. Sinnvolle Blockbildung, z.B. in Wochenendkursen, ist möglich.

    Die Kursleiterinnen werden im Laufe der Kursdauer einmal in der AABF an einer Fortbildungsveranstaltung teilnehmen.

    Als Kontaktpersonen der Frauenkurse:

    Alevitischer Frauenverband: Deniz Çetinkaya

    Alevitische Gemeinde Deutschland: Ismail Kaplan

     

    Aus dem Neukonzept der Frauenkurse:

     

    Wesen und Intention der Frauenkurse:

     

    Kursangebote zur Integration ausländischer Frauen (Frauenkurse) unterscheiden sich in ihrer Ziel-setzung von den Sprach- und Orientierungskursen (§§ 10-13 IntV) durch ihre Niederschwelligkeit. Sie orientieren sich an der Lebenswelt von Migrantinnen und berücksichtigen deren individuellen Bedürfnisse. Durch den geringen Zeitaufwand und die wohnortnahen Angebote lässt sich der Be-such der Kurse auch für Mütter kleiner Kinder realisieren. Um auch bildungsungewohnte Frauen zu erreichen, können Kurse auch in Kindergärten und Grundschulen stattfinden. Die Frauenkurse stellen integrationskursergänzende (vorlaufende) Maßnahmen dar, da die Kurse mit ihrem niederschwelligen Angebot eine Brückenfunktion zur weiteren Integrationsförderung wahrnehmen.

     

    Die Kurse richten sich sowohl an schon länger in Deutschland lebende ausländische Frauen als auch an neu eingereiste ausländische Frauen (vgl. hierzu Zielgruppen unter III.)

     

    Ehefrauen und Müttern kommt nachweislich eine Schlüsselfunktion für den Verlauf und das Gelingen des Eingliederungsprozesses von Familien ausländischer Herkunft zu.

    Innerhalb der Frauenkurse ist die Sprachorientierung von großer Bedeutung. Deutschkenntnisse sind für die Frauen der Schlüssel zur Kommunikation in Deutschland und werden auch für eine berufliche Tätigkeit benötigt. So wird innerhalb der Frauenkurse großer Wert darauf gelegt, die Frauen an Deutsch als Zweitsprache heranzuführen und ihr Interesse am Erwerb dieser Sprache zu wecken. Durch die vorrangig auf Deutsch stattfindende Behandlung unterschiedlicher lebensweltorientierter und alltagstauglicher Themen sollen die Frauen mit der deutschen Sprache ver-trauter gemacht und möglicherweise bestehende Hemmschwellen abgebaut werden.

     

    Mittel- und langfristig soll durch den Besuch der Frauenkurse eine Reflexion der eigenen Einstellung gegenüber der Aufnahmegesellschaft bewirkt und die Bereitschaft zur Teilnahme an (Frauen-) Sprach- und Orientierungskursen gefördert werden, wobei Frauenkurse ausländische Frauen in ihren Bemühungen vor, während und oder nach den Frauenintegrationskursen unterstützen („In-tegrationskursumgebung“).

     

    Zielsetzung der Frauenkurse

    Die Frauenkurse beinhalten folgende Zielsetzung:

    • Bewusstmachung der eigenen Kultur und Suche nach neuen Ausprägungen unter ver-änderten Bedingungen in der Migration; psychologische und sozialpsychologische Folgen der Migration:

     

    • Sprachorientierung (Alphabetisierung, Vermittlung von Grundlagenkenntnissen der deutschen Sprache zur Alltagsbewältigung und zur Vorbereitung auf Integrationskurse):

     

    • Kenntnis über die deutsche Gesellschaft vermitteln:

     

    Stärkung der Erziehungskompetenz:

     

    Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine starke und intakte Mutter-Kind-Beziehung entscheidend ist für die Sozialisation und das erfolgreiche Lernen der Kinder. Die Kurse tragen dazu bei, vor allem eine bessere Verzahnung zwischen Elternhaus und Kindertageseinrichtung bzw. Schule zu gewährleisten. In der Familie wird der Grundstein gelegt für viel-fältige Lernerfahrungen; die Mütter bekommen deshalb Anregungen wie und in welcher Beziehung sie ihre Kinder unterstützen und fördern können z. B. in den Bereichen Sprachförderung/ Sprachanregung, soziale Kompetenz, Erziehungsfragen.

     

    Inhalte:

     

    Unterstützung und Förderung der Kinder z.B. in den Bereichen

     

    • Sprachförderung, Sprachanregung

    • Grob- und Feinmotorik

    • Visuelle, auditive, taktile Wahrnehmung

    • Soziale Kompetenz

    • Spiel- und Lernverhalten

    • Konzentrationsfähigkeit

    • Empfehlenswertes Spielzeug

    • Überwachung der Hausaufgaben

    • Erziehungsstile, -fragen (gewaltfreie Erziehung, Grenzen setzen, Trotzphase, Loben etc.)

    • Hilfe bei Verhaltensauffälligkeiten

    • Umgang mit Medien (Fernsehen, Video, PC)

    • Sucht- und Gewaltprävention

    • Jugend – Pubertät

    • Rolle der Väter

     

    Bildungssysteme:

     

    Die Kurse informieren z.B. über das deutsche Schulsystem, Einschulung, Schulfähigkeit, Schulpflicht, Fernbleiben vom Unterricht und seine Konsequenzen, Elternarbeit, außerschulische Förderung, Hilfen bei Schulproblemen. Hier soll eng mit den Kindertageseinrichtungen und Schulen zusammengearbeitet werden, um Schwellenängste abzubauen und die Elternarbeit von und mit Migratinnen zu intensivieren.

     

    Inhalte:

     

    • Kindergarten (Zweck, Lerninhalte, Auswahl)

    • Schulsystem (verschiedene Schularten, Übergänge, Abschlüsse)

    • Einschulung, Schulfähigkeit, Schulpflicht

    • Fernbleiben vom Unterricht und seine Konsequenzen

    • Schulfächer, Stundenplan,

    • Notengebung, Zeugnisse, Beurteilungen

    • Elternarbeit, Elternbeteiligung

    • Außerschulische Förderung, Hilfen bei Schulproblemen

     

    Gesundheit:

     

    Hier gibt es noch großen Informationsbedarf bei Migrantenfamilien. Hierzu zählen Themen wie z.B. Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Familienplanung, Gesundheitssystem.

     

    Inhalte:

     

    • Verhütung, Schwangerschaftsvorsorge, Frauenkrankheiten

    • Früherkennungsuntersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen

    • Kinderkrankheiten, Impfungen

    • Prophylaxe in der Zahnpflege, Körperpflege

    • gesunde Ernährung

    • Unfallgefahren im Alltag, Erste Hilfe

    • Aufklärung über AIDS

    • Aufklärung über Suchterkrankungen

    • Informationen zum Gesundheitssystem (Krankenkassen mit ihren Leistungen, Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser, Mutter-Kind-Kuren).

     

    Alltagsbewältigung / Orientierung im Stadtteil:

     

    Hier werden grundsätzliche Themen zur Kultur und Gesellschaft in Deutschland konkret angesprochen. Daneben werden Kurse zur Orientierung im Stadtteil angeboten, z.B. über kommu-nale Institutionen und Einrichtungen. Exkursionen und Anschauungsmaterial spielen hierbei ei-ne entscheidende Rolle, um auch Schwellenängste abzubauen. Im Anschluss daran sollen auch konkrete Partizipationsmöglichkeiten diskutiert und initiiert werden, um den interkulturel-len Dialog im Stadtteil zu fördern und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen.

     

    Inhalte:

     

    • Normen und Gebräuche

    • Religion

    • Deutsche Kultur

    • Hausordnung, Mülltrennung und –vermeidung

    • Institutionen und Einrichtungen darstellen und ggf. besuchen (z.B. Rathaus, Ämter, Ar-

    beitsamt), Bücherei, Museen, Freizeiteinrichtungen, Bank, Post, Wochenmarkt, Beratungs-stellen, Migrantenselbsthilfezentren deren Funktionen und Leistungen.

     

    Lebensplanung

    In den Kursen finden die Frauen Unterstützung für ihre berufliche und soziale Integration. In diesen niederschwelligen Angeboten können sie ihre Zukunftsperspektiven in der Bundesrepublik auf ihre Realisierbarkeit überprüfen und für sich Ziele finden, die mit Unterstützung von Kursleiterinnen und Sozialberaterinnen umgesetzt werden. Es ist z. B. zu klären, welche Schul- und Berufsqualifikationen anerkannt werden und welche Fortbildungen nötig sind, um eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Ausgenommen von einer Förderung sind hierbei je-doch vertiefende Angebote zu sozial- und arbeitsrechtlichen Themen, wie z.B. Hartz IV.

     

    Inhalte:

     

    • Kennenlernen von Berufsfeldern

    • Welche beruflichen Qualifikationen sind vorhanden? Informationsbedarf?

    • Weiterbildungsmöglichkeiten

    •

    Zielgruppen der Frauenkurse

     

    Ausländische Frauen,

     

    • mit einem in Deutschland auf Dauer angelegten Aufenthaltsstatus,

    • aus allen Ländern außerhalb Westeuropas (vgl. Anlage) Nordamerikas sowie Australiens,

    • ab Vollendung des 16 Lebensjahres,

    • ohne eine in Deutschland abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung,

    • bis zu einer maximalen Teilnahme an 5 Kursen (100 Zeitstunden)

    Innerhalb dieser Zielgruppe richtet sich das Angebot insb. an

    • junge ausländische Frauen und Mütter, die im Rahmen der Familienzusammenführung nach Deutschland kommen und keine eigenen Familienangehörigen in Deutschland haben, welche sie bei Problemen im Alltag um Unterstützung bitten können. Gleichzeitig tragen diese Frauen den Hauptanteil in der Erziehungsleistung ihrer Kinder.

    • ausländische Frauen nach der Familienphase

    • ausländische Frauen der 1. Generation

    • lernungewohnte ausländische Frauen

     








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