Almanya Alevi Birlikleri Konfederasyonu


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  • GRUNDLAGEN DES BEKTASCHISCHMUS und ALEVITENTUMS*
    27-08-07

    VON: PROF. DR. IRENE MELIKOFF


    Prof. Dr. Irene Melikoff

     

    „Sterbe mit Liebe Kaygusuz Abdal

    Wenn du nicht mit Liebe stirbst, hattest du keine.“ Kaygusuz Abdal



     

     

    Man kann nicht das Alevitum vom Bektaschischmus trennen, da beide Worte verbunden sind. Welches Wort soll man zu erst sagen: Alevi oder Bektaschi? Beide, Aleviten und Bektaschi, referiert sich an Hadji Bektasch Veli. Dies ist auch der Grund weshalb ich im Allgemeinen Bektaschi gebrauchen werde. Und ich werde versuchen, die charakteristische Führung des Bektaschismus zu definieren. Daher möchte ich die beiden Namen, Bektaschi und Alevi, wissenschaftlich auszulegen.

    Bektaschismus kann man nicht mit den anderen Muslimischen Mystischen Orden vergleichen.

    Bektaschismus ist vor allen eine populäre und man kann es eine Religion der nomadischen Völker nennen. Es trägt die charakteristischen Punkte der nomadischen Gesellschaft: Sie lebt wie die Macht der Natur und ist deshalb Zeitgemäß mit den Jahreszeiten und der Pflanzenwelt verbunden. Seine Konzeption von Zeit ist nicht linear, wie in unsere modernen Welt, es ist Zyklisch: den Tagen folgt die Nacht, der Frühling folgt dem Winter, das Leben folgt dem Tod. Es ist das ewige Aufeinanderfolgende.

    Das Leben der Nomaden ist verbunden mit den Jahreszeiten, es ist auch verbunden mit den Elementen. Das Lebensprinzip ist die Sonne repräsentiert die wichtigste Gottheit: Gök-Tanri , der Gott des Himmels der alten Türken. Diese Gottheit kann andere Namen tragen während den verschiedenen Zyklus der Menschheit. Hatayi – der poetische Name des Schah Isma’ils hat gesagt:

    „Küntü kenzen sirri devrinde Muhammed Nuri var“

    „Im Zeitalter des versteckten Schatzes war es das Licht Mohammeds.“

    Man darf sich also nicht wundern dass zur Zeit des versteckten Schatzes der Himmelgott der alten Türken einen muslimischen Namen erhielt und heißt Ali.

    Die Geschichte der Bektaschismus ist sehr alt: sie kommt von der Zeit der alten Türken. Sie hat ihre Wurzeln in Mittel Asien, vor der islamischen Zeit und sie ist immer noch bis zum heutigen Tage lebendig. Sie lebt in der tiefen Natur des Türkischen Volkes und lebt so lange wie das Türkische Volk besteht.

    Die Türken sind nicht auf einmal Muslime geworden. Die Zeit der Islamisation hat sich auf viele Zeitalter ausgedehnt. Die Islamisation der Städte hat sich nicht auf die selbe Art ausgewirkt wie die der Steppen.

    In den Dokumenten des Mittelalters, gibt man die Namen Türken den nomadischen türkischen Völkern die noch nicht Muslime waren oder erst Muslime geworden sind. Ich gebrauche also Namen Türkmen in diesem Sinn.

    Im Mittelalter, im Allgemeinen, die Völker der Städte waren durch Iranische Kultur belehrt und sprachen Persisch. Sie lehrten die muslimische Religion im Medrese. Aber sie waren nicht vergleichbar mit den Nomaden waren sehr verbunden mit ihrem traditionellen Glauben.

    Deshalb sahen die Völker der Städte die Türkmenen nicht besonders gern. Man spricht von ihnen:

    „ Etrák-i bi idrák“ „Türken ohne Intelligenz“

    und: „Etrák’in dini zayif „ Die Religion der Türken ist schwach.

    Im Laufe der Zeit, haben die Türken sich an viele Religionen der Welt angeschlossen: Manikeiskus, Buddhismus, Nestorianismus, an manchen anderen christianischen Glauben (Orthodoxie, Katholizismus,) und sogar an die Religion von Moses (das waren die Chazaren).

    Bis zum heutigen Tage gibt es Buddhistischen Türken in Mittel Asien: Die gelbe Uyguren. Es gibt auch Orthodoxen: die Gagauzen von Moldau und die Karamanli. Es gibt auch die Karaiten die an Moses glauben.

    Die Türken waren im Anfang Schamanisten und bis in unsere Zeit gibt es immer noch schamanistische Türken in Mittel Asien und in Sibirien. Die schamanistische Türken glaubten an den Gott des Himmels (Gök-Tanri) und an die Macht der Natur: der Erde und das Wasser waren Göttlichkeiten. Ihre Priester waren die Kam-ozan. Die Rolle des Kam-ozan waren vielfältig: das religiöse Haupt, der Zauberer, der Heilpraktiker und der Verbreiter einer reichenVolkslitteratur . Einer der ältesten türkischen litterarischen Texte ist das Buch von Dede Korkut. Dede Korkut war ein Kam-ozan.

    In Anatolien, im Mittelalter, die religiösen Häupter der islamisierten Türkmenen waren die Baba (oder Dede). Die Baba hatten eine sehr wichtige Rolle: sie Waren zur selben Zeit religiöse Häupter und Stammes älteste. Z.B, der Sari Saltuk Dede hatte eine religiöse Rolle und eine politische Rolle: er hatte türkmenische Stämme (warscheinlisch Cepni).

    Von Zeit zu Zeit, spielten die Baba eine politische Rolle. Z.B., in Jahre 1239-1240, führten die Baba eine Revolte sozialen charakters gegen den Seldjukidischen Staat. Diese Revolte nannte man die Baba’i Revolte. Ihr Führer war der Ahn des Historikers Aschikpaschazade, Baba’i Ilyas-i Horasani. Zwischen den Partisanen von Baba Ilyas befanden sich zwei Brüder: Mintasch und Bektasch. Mintasch wurde getötet mit Baba Ilyas. Aber Bektasch konnte dem Massaker entgehen und er floh nach Soludja Kara Öyük wo er das Leben eines Einsiedles führte. In seiner Umgebung war der Schwieger Vater des Gazi Osman, Scheikh Edebali. Das lehrt uns eine Quelle aus dem Vierten Jahrhundert der Menakibname von Baba Ilyas-i Horasani, geschrieben von dem Enkel des Baba Ilyas, Elvan Celebi.

    Der Bektaschismus ist nicht geboren an einem Tag. Man stellt verschiedene Etapen fest in seiner Formation. Man kann sagen der Bektaschismus ist ein Synkretismus. Wir sehen verschiedene Elemente. Er hat sich während vielen Jahren entwickelt.

    In unseren Tagen gibt es in der Türkei zwei verschiedene Gruppen:

    Bektaschi und Alevi. Die Differenz der beiden Gruppen ist vor allem sozialer Art. Ihr glaube ist selbe. Sie haben beide eine reiche Volksliteratur. Die selbe für die beiden Gruppen. Der Uhrsprung dieser Litteratur ist die gesprochene Litteratur der alten Türken von welchen der Kam-ozan der Verbreiter war. Bektaschi und Alevi lehnen sich beide an Hadji Bektasch Veli. Aber die Bektaschi sind im Laufe der Jahre, ein Staatsorden geworden welche seine Mitglieder in der Umgebung suchte.

    Im XIX. Jahrhundert, nach 1826, als der Sultan Mahmud II. die Tekke der Bektaschi geschlossen hatte, haben die Bektaschi in den Untergrund gehen müssen. Sie haben eine progressistische Intellegentzia formiert. Deshalb waren viele „Neue Ottomanén“ und „Junge Türken“ Bektaschi. Zwischen Ihnen kann man den Namen Namik Kemal zitieren.

    Um auf die Aleviten zurück zu kommen, Fuat Köprülü benannte sie „Steppen Bektaschi“. Und er hatte recht: Ihre Verschiedenheit bestand darin dass sie analphabeten waren.

    Kommen wir jetzt zu dem Namen Alevi. Auf wissenschaftliche Basis ist dieses Wort falsch. Der historische Namen der Aleviten ist Kizilbasch: während des XV. und XVI. Jahrhundert, die Kizilbasch waren die Partisanen von den ersten Safaviden: Scheikh Djuneyd, Haydar und Schah Isma’il. Sie trugen eine rote Mütze und deshalb nannte man sie die „Kizilbasch“ „Rote Köpfe“. Aber der Name Kizilbasch hat im Laufe der Jahre einen schlechten Sinn bekommen.

    Zu diesem Zeitpunkt wurde er „ein häretischer Rebelle“. Deshalb hat man den Namen „Kizilbasch“ in Alevi gewechselt.

    Wenn sie heute in den Iran reisen oder mit einem Iraner sprechen und sagen: „Ich bin ein Alevi“, wird man sofort verstehen, dass sie von Ali abstammen, das heisst, dass sie ein Seyyid sind.

    Auf jeden Fall ist das Wort Alevi sehr und deshalb werde ich es benützen.

    Vom geographischen Standpunkt aus, ist der Bektaschismus und der Alevismus auf einer großen Fläche verarbeitet: man findet sie genau so gut in Anatolien als in Rumelien. Wir finden Gruppen von Bektaschi in Bulgarien, in (ehem.) Jugoslawien wo man heute noch einige Tekke von Bektaschi in Diakovica finden kann. In Albanien war der Bektaschismus sehr verbreitet. Sogar im XIX. Jahrhundert wollte man einen unhabhängigen Albanisch-Bektaschi Staat gründen, was den Groll des Sultans Abdulhamid des zweiten hervorrief.

    Im Westen, im Iranischen Azerbeydjan, findet man eine Gemeinschaft die sich Kirklar oder Cehelten „Die Vierzig „ nennt. Sie befindet sich in der Umgebung von Tabriz, in Ilhçi. Ihre Traditionen und ihr Glaube unterscheidet sich nicht von den Aleviten dr Türkei. Sie schließen sich an Hadji Bektasch . Sie sind Ali-Illahi, das heißt, dass sie glauben an die Gottheit des Ali ebenso wie die Aleviten. Aber sie verherrlichen auch Schah Isma’il und für Sie ist die sein „Divan“ ein heiliges Buch.

    Diese Kirklar oder Cehelten sind Türken. Man findet auch, im Iranischen Azerbaydjan, eine andere Gemeinschaft die heißt Ahl-e Hakk. Diese Ahl-e Hakk haben gemeinsame Ideen mit den Aleviten, aber sie sind Kurden. In der Nähe von Hoy, gibt es eine Region die heißt Mahal-e Gara Koyun; sie besteht aus einigen vierzig Dörfern, die sich in die Ahl-e Hakk eingliedern. Im Allgemeinen sind es Kurden, aber man findet auch Türken darunter. Man ist versucht diese Bevölkrung an die Kara Koyunlu anzuschließen. Das ist auch die Meinung des bekannten Gelehrten Minorsky. In der Geschichte, zeigt man die Kara Koyunlu als schitische Extremisten, aber wahrscheinlich ist ihre Glaube nicht anders als die der Kizilbasch.

    Versuchen wir jetzt den Bektaschismus in einen historischen Kontext zu verlegen. Nach dem Vilayetname von Hadji Bektasch Veli, war er ein Nachfolger von Ahmed Yesevi. Es ist naturlich eine Legende, denn Ahmed Yesevi hat im XII. Jahrhundert gelebt – etwa ein Jahrhundert vor Hadji Bektasch. Er lebte in Yesi – jetzt Türkistan, in Kazakhstan, und hat dort den ersten Türkischen Mystischen Orden gegründet. Sein Mausoleum erreicht von Tamerlan, ist noch heute ein Ort wo hin pilgert.

    Ahmed Yesevi war der erste Türkische Sufi. Er hat die Islamische Religion der Nomaden gelehrt und hat viele Türmenen zur Islamischen Lehre bekehrt. Wie Ahmed Yesevi, Hadji Bektasch Veli war auch ein Heiliger und ein Sufi der dem nomadischen Volk nahe stand.

    Gegend Ende des XI. Jahrhunderts, fingen di Türken an zu emigrieren nach Anatolien. Im XIII. Jahrhundert, nach dem Überfall der Mongol wurde die Emigration noch stärker. Die Türkischen Stämme flohen vor Mongelen, von Mittel Asien nach Anatolien. Sie gingen durch den Khorasan. Die religiösen Häupter dieser Stämme waren die Baba. Da sie durch Khorasan kamen, nannte man sie Horasan Erenleri „Die Männer von Khorasan“.

    Hadji Bektasch Veli war einer von diesen. Wie ich schon vorher sagte, war er ein Nachfolger von Baba Ilyas-i Horasani. Das beste was geschrieben wurde stammt aus der Feder des in XV. Jahrhundert lebenden Historikers Aschikpaschazade:

    „Hadji Bektasch der von Khorasan kam, hatte auch einen Bruder der hieß Mintasch. Sie kamen zu Baba Ilyas. Sein Bruder Mentesch wurde getötet... Aber Hadji Bektasch kam von Kayseri nach Kara Öyük. Da wo sich jetzt sein erhabenes Grab befindet.

    In dem Land von Rum, waren vier Gruppen: die „Gaziyan-i Rum“, die „Ahiyan-i Rum“, die „Abdalan-i Rum“, und die „Baciyan-i Rum“. Zwischen der Badjiyan-i Rum, hat Hadji Bektasch Sultan eine Frau ausgewählt. Man nennt sie Hatun Ana. Er hat sie adoptiert und sie mit sienen Geheimnissen vertraut gemacht. Und er hat seine Seele Gott verschrieben.

    Frage: Sein Excellenz Hadji Bektasch hatte viele Nachfolger und Partisanen. Welches war ihre Herkunft?

    Antwort Hadji Bektasch gab alles, war er besaß an Hatun Ana. Er selbst war ein ekstatischer Heiliger. Er versuchte nicht Scheyh zu sein, noch Nachfolger zu haben. Es gab einen Derwisch der hieß Abdal Musa. Er war Freund von Hatun Ana.“

    Nach dem Aschikpaschazade, Abdal Musa lebte in der Zeit von Sultan Orhan und hat teilgenommen an seinem Kampf. Die Bektaschi und die ersten Ottomanen waren sehr verbunden. Sie kamen aus den selben sozialen Verhältnissen: der Turkmenischen Stämme. Deshalb hat der Sultan die neugegründeten Janissären angeschlossen an den Orden der Hadji Bektasch Veli.

    Die Glauben und die Zeremonien der ersten Bektaschi waren sehr verschieden von dem was sie naher geworden sind. Der Bektaschismus war am Anfang die Religion der nomadischen Türken. Bis zu unsere Zeit blieben einige Gebräuche der alten Türken bei den Aleviten. Z.B.

    Während der ersten Tage nach einer Geburt, stellte man eine Wache um das Bett der Wöchnerin damit der alten Dämon „Al“ daran hindert wurde Unglück über die Mutter und das Kind bringen.

    Ein anders Beispiel: bei den alten Türken, wenn jemand starb, gleich welches das Datum seines Todes war, konservierte man den Körper bis zum Frühling um ihn dann zu beerdigen. Diese Tradition ist verbunden mit der Auferstehung: das ist di Wiederholung des Lebens und des Todes. Das heißt das Leben wird erweckt im Frühling, mit dem Erwachen der Natur. Bei den Aleviten, bis zum heutigen Tag, selbst wenn der Körper des Sterbenden schon begraben war, nach dem Gebrauch des Landes, die Zeremonie wird erneuert im Frühling.

    Jetzt noch eine drittes Beispiel: im Monat Februar feiert man ein Fest mit dem Namen „Fest von Hizir“ (Hizir Bayrami). Dieses Fest gleicht dem alten Türkischen Neujahr, nach dem Kalender der Zwölf Tiere. In dem Buch von Marko Polo beschriebt r dieses Fest als “Weises Fest“ welches statt findet während die Kalender von Februar. Während dieses Festes, wie auch heute, kleidet sich die Bevölkerung in weiß und breitet traditionelle Malzeiten.

    Im Laufe der Jahre haben sich heterodoxische Elemente gemischt mit den Traditionen und Glauben der ersten Bektschi, die ersten Elemente die sich mit dem Bektaschismus vereint haben, waren die Gebräuche und die Zeremonie des Akhis. Die artisanischen Zünfte von Futuvvet waren sehr verbreitet in der Islamischen Welt. Es existieren Futuvvetname und Akhische Dokumente in Türkischer sprache seit dem XIV. Jahrhundert. In Anatolien haben die artisanische Zünfte von Futuvvet den Namen Akhi angenommen. Der marokkanische Reisende Ibn Battuta, der im XIV. Jahrhundert gelebt hat, hat geschrieben das die Akhi Zünfte von Anatolien sehr entwickelt waren. Er hatte oft Vorteile von der Gastfreundschaft der Akhi während seiner Reise in Anatolien. Die Bände zwischen den Zünften der Akhi und den Orden von Derwisch waren sehr eng. Bei den Akhis, war der Schiitische Einfluss sehr stark. Das mystische Haupt des Akhi Selman-i Farsi.

    Nachdem die seldschukidische Dynastie zerstört war, haben die Akhis die Nacht an sich gerissen in Ankara, am Anfang des XIV. Jahrhundert. Diese Macht haben sie nicht lange gehalten und sie waren gezwungen sich zu den Bektaschi zu flüchten. Als sie sich bei den Bektaschi einfiltriert haben, brachten sie ihnen ihre Gebräuche und ihre Rituale. Z.B. die Verehrung der Bektaschi für Selman-i Farsi kommt von den Akhis: denn Selman-i Farsi war das mystischer Haupt der Zünfte. Während der Einziehung der Gebrauch ein Gürtel um die Hüfte zu schlingen und ein Becher zu trinken, ist von Akhis zu Bektaschi aufgenommen worden. Mit der Zusammenschließung der Akhis wurde der Schiitische Einfluss stärker.

    Im XI. Jahrhundert fingen die Hurufiten an sich auch bei den Bektasch einzuverleiben. Der Hurufismus ist eine Sufitische Doktrin die von Fazhullah von Astarabad gepredigt wurde. Sie ist basiert auf die Vergöttlichung der Buchstaben die sich zeigen in den Körpern und den Gesichtern des Menschen. Das Zentrum der Predigt von Fazlullah war Baku, im Schirwan. In Jahre 1394 wurde Fazlullah gefoltert, auf Befehl von Tamerlan und seine Anhänger wurden verfolgt. Einige flohen nach Anatolien und Rumelien und brachten den Glauben der Hurufis. Einer der wichtigsten Anhänger von Fezlullah war Nesimi. Er war auch sein Schwiegersohn.

    Nach den Nachforschungen der Azerbaydjanischen Gelehrten, war Nesimi nicht geboren im Irak, wie man angenommen hatte, sondern in Schirwan, in einem Dorf mit Namen Nesimi. Die Persönlichkeit von Nesimi und sein schrecklicher Tod ist zu bekannt als darüber zu sprechen. Außer Nesimi gab es andere Anhänger von Fazlullah die auch flohen nach Anatolien und Rumelien, auch brachten die Grundlage von Hurufismus. Zwischen die wichtigsten Personen waren es Mir Ali al-A’la und Rafi’i. Um der Verfolgung zu entgehen, flüchten di Hurufis zu den Bektaschi und brachten ihre Doktrinen mit. Dadurch wurde das Mosaik der Bektaschismus bereichet.

    In den sehr reiche Litteratur der Bektaschi-Alevi, zählt man sieben großen Dichter: Nesimi, Hatayi, Fuzuli, Pir Sultan Abdal, Kul Himmet, Yemini und Virani. Drei von ihnen sind öffentlich Hurufi: an erster Stelle kommt Nesimi, ihm folgt Yemini und Virani. Yemini und Virani haben in XVI. Jahrhundert gelebt. Der erste hat den Faziltname geschrieben und behauptet, dass Fazlullah –ebenso wie alle Menschen—Manifestationen der Gottheit sind. Virani war nicht nur allein Hurufi, er war auch öffentlich Ali-Illahi.

    Wenn der Hurufismus in den Bektaschismus eindringt, nimmt er eine speziale Form an: Pantheismis und Antropomorhismus.

    Z.B. in dem Gebet von Bektaschi, Nokta el Beyan, spricht man: „Adem’den gayri Hakk taleb edersen, marifetli Ilahi’den bi habersin“ „Wenn du Gott suchst nicht in Adam, bist du ohne spirituale Kenntnisse.“ In jedem menschlichen Gesicht, kann man den Namen Gottes lesen. Niemand hat dieses so gut ausgedrückt wie Hilmi Dede Baba, am Anfang des Jahrhunderts:

    „Tuttum aynayi yüzüme

    Ali göründü gözüme.“

    Ich hielt den Spiegel vor mein Gesicht

    Ali ist erschienen vor meinen Augen.“

    Das letzte Element das den Bektaschischmus durchdrängt, war in XVI. Jahrhundert, der Strom der Kizilbasch. Mit dem Strom der Kizilbasch fand der Bektaschismus seine entgültige Form und seine Zeremonien waren tief gezeichnet von den Kizilbaschen Ritualen. Mit der Eingliederung der Doktrinen der Kizilbasch in das Mosaik der Bektaschi, nahm der Bektaschismus in öffentliche heterodoxe Form. Der Schiitische Einfluss zeigt sich sehr stark in den Dogman und in den Zeremonien. Wir haben gleich zu Anfang gesehen,den Glauben an die Seelenwanderung, die Verehrung des Himmel Gottes welcher in der Zeit des Islams, sich „Ali“ nennt. Dazu kommt die Manifestation Gottes in einer männlichen Form welche sich auch „Ali“ nennt. Ali kann sich auch vorstellen in der Form der Propheten, der Imamen und besonders in der Form als Hadji Bektaschi Veli was nichts anderes ist als „Gott“.

    In den Zeremonien, vor allem in der Ayn-i Djem, das Zeichen des Kizilbasch ist hervorhebend: am Anfang der Zeremonie singt man drei Nefes von Hatayi (der Federname von Schah Isma’il) welche die Lobgesänge der zwölf Imamen sind. Man nennt sie Düvazdeh.

    Der Ton wird stärker während der Tevhid und der Name Ali’s wird verbunden mit dem Namen Gottes:

    „Hakk lâ illahi ill’Allah...“

    Die Zubehör, getragen von der Extase, schreien: „Schah! Schah!“. „Schah“ verstand man wie ein Ruf zu Ali, es ist der Şah-i Merdan, „Der König der Menschen“. Aber zur Zeit des Schah Isma’ils war es in der selben Zeit auch ein Anruf zum Schah der eine Manifestation vom Ali war. Das versteht man aus dem Divan von Hatayi aus welchem ich einige Verse lesen werde.

    „Gül ağaçtan bitdi geldi Şaha yoldaş olmağa

    Sırr-ı Şah idi ezelden geldi sırdaş olmağa

    Yüreği dağ olmayınca bağrı kanlu la’l tek

    Hiç kimin haddi yoktur kim Kızılbaş olmağa

    Küntü kenzen sırrı devrinde Muhammed Nuri dur

    Kırmızı tac ile geldı aleme faş olmağa

    Ismi Isma’ildur hem zat-i Emir-el Mu’minin...�

    “Eine Rose ist erblüht auf dem Strauch und ist gekommen um die Gefährten vom Schah zu sein,“

    Sie war von der Unendlichkeit das Mysterium vom Schah und ist gekommen um an diesen Mysterien teilzunehmen.

    Niemand ist würdig für Kizilbasch zu bekommen, wenn das Herz nicht so blutig ist wie ein roten Rubin.

    Zur Zeit des Versteckten Schatzes war s das Licht von Muhammed

    Er ist gekommen um sich der Welt zu zeigen, mit roten Turban:

    Sein Name ist Isma’il, er ist die Wahrheit von den Emiren der Gläubigen...“

    „O Gazi! schreien: Allah! Allah! Die Religion von Schah bin ich!

    Kniet nieder vor mir, O Gazi! Die Religion von Schah bin ich!

    Ich bin Hatayi, mit dem roten Pferd, meine Wörte sind zärter als Zucker

    Ich bin die Wahrheit von Ali Murteza, O Gazi! Die Religion von Schah bin ich!“

    Ich glaube diese Verse braucht man nicht zu kommentieren: mit dem Strom von Kizilbasch, der Bektaschismus ist umgeschlagen zum Schiitischen Extremismus. Schah Isma’il glaubt das er Ali und Ali ist die Manifestation Gottes.

     

    Lassen sie uns jetzt den Bektaschismus definieren.

    Der erste Punkt: der Bektaschismus ist ein Türkisches Phänomen. Das sind Worte die ich manchmal in Türkischen Dörfern gehört habe: Wir sind die echten Türkischen Musulmanen. Das Sunnitentum ist arabisch. Der Mevlevismus ist iranisch. Wir sind Türken. Wir sprechen Türkisch. Während unserer Zeremonien reden wir die Türkische Sprache.

    Der Zweite Punkt: der Bektaschismus ist nicht Konformist. Es ist nicht von Wichtigkeit für die äußere Form der Religion. Für an Gott zu glauben, braucht man nicht in die Moschee zu gehen, auch nicht die fünf Gebete zu sprechen, auch nicht das Fasten zu beachten.

    Dieses Jahr ist dem Yunus Emre gewidmet Deshalb finden wir es richtig einige Versen von Yunus Emre zu zitieren:

    „Ben oruç namaz için süci içtim esridim

    Tesbih ü seccade için dinledim çeşte kopuz

    Yunus’un bu sözünden sen ma’na anlarisen

    Konya menaresini göresin bir çuvaldız.“

    “An Stelle des Fastens und des Gebets, hatte ich Wein genossen und mich betrunken

    Anstatt des Rosenkranzes und des Gebetsteppich

    Habe ich Zitter und Saz gehört

    Wenn du die Worte von Yunus verstehst

    Der minaret von Konya wird dir erscheinen wie eine grosse Nadel.�

    ‘Bana namaz kılmaz deme ben kılarım namazımı

    kılar isem kılmaz isem ol Hakk bilir niyazımı

    Hak’tan artık kimse bilmez Kafir Müslüman kimdurur.

    Ben kılarım namazımı Hak geçirdiyse nâzimi.�

    “Sag nicht, dass ich kein Gebt mache, denn ich mache mein Gebet

    Ob ich es mache oder nicht, nur Gott weiss wie ich Ihn huldige

    Gott allein weiss, wer Muslim und wer Ungläubig ist

    Ich mache mein Gebet, weil Gott mir die Erleuchtung gibt.�

     

    Der dritte Punkt: des Bektaschismus ist ein Synkretismus. Er präsentiert sich wie ein Mosaik wo verschieden Elemente sich zusammen gemischt haben. Der Bektaschismus kann definiert werden wie Gnostik. Und wie alle Gnosen, er saugt die Traditionen und die Glauben in den Ländern in denen er sich befindet, auf. Deshalb hat der Bektaschischmus in den Balkanischen Ländern assimiliert einige christliche Elemente. Die Bektaschi haben sich christliche Heilige zu eigen gemacht und feiern ihre Feste unter den Namen “Hizir�. Z.B., in Rumelien, der heiligen Georg feiert man im Monat Mai, unter dem Namen Hidrellez (Hizir Ilyas).

    Wenn man nach Osten geht, findet man den Iranischen Einfluss und die Andenken an die ehemaliger Religionen von Iran. Z.B., der 21. März, ist der Nevruz Bayram, das Neujahr im Iran und es wird auch heute gefeiert von Alevi. Vor dem Nevruz, in der Mitte von Monat März, gibt es ein Fest welches man Haftamol nennt. Es erinnert an ein altes iranisches Fest worin man die Toten ehrt. Im Kaukaus und im Mittel Asien wurde dieser Fest Ayd-e Sersale genannt. El-Biruni (973-1073) hatte es beschrieben.

    Ein anderes Beispiel: in Mittel Anatolien, im Monat Januar, feiert man ein Fest das heißt Kagant (der Name von Lateinisch: Kalendae). Dieses Fest dauert drei Tage: von zehnten bis dreizehnten Januar. Dieses Datum fällt zusammen mit dem Neuen Jahr nach dem alten Griechischen Kalender. Es ist also ein christliches Fest.

    Wir haben gesehen, dass der Glaube der Bektaschi-Alevi auf der Seelenwanderung ruht. Es gibt auch den Glauben auf die Manifestation von Gott in der menschlischen Form. Zum Zeitpunkt des Islams, Gott zeigte sich in der Form Alis. Aber Ali kann sich auszeigen als Prophet und Heiliger. Hadji Bektasch Veli ist Ali selbst. Wenn man versucht das Phänomen Ali zu analysieren sieht man, dass er eine Sonnen Gottheit ist. Man betet ihn an wenn die Sonne aufgeht. Er ist identisch mit der Himmel Gottheit der alten Türken. Es ist aufschlussreich zu erklären, dass der Name Tanri welcher der alte der Gottheit ist, genützt wird, anstelle von Allah. Zum Beispiel, werde ich zitieren einen Verse von Derwisch Ali:

    “Ich kenne kein andere Tanri als Ali�

    “Men Ali’den gayri Tanri bilmezem.�

    Sie glauben auch an die Gottheit von Adam, der Mensch. Der Teufel hat sich geweigert vor Adam zu knien, denn er verstand nicht, dass Gott in das Herz von Adam eigetreten war.

    Hatayi sagt in sein Divan:

    “Adam ist der Sitz der Thopanie, beuge dich

    Folge nicht dem Beispiel von Satan! Gott ist angekommen im Kleid von Adam!�

    Man darf nicht vergessen die Verehrung für die Märtyren von Kerbelâ. Das Fasten des Muharrem der zwölf Tage dauert – im Iran dauert es nur zehn Tage – gibt Anlass zu Ausschweifungen. Das sind Trauer Tage. In den ersten zwölf Tagen von Muharrem tragen die Aleviten schwarze Kleidung, sie trinken kein Wasser (nur Tee oder Ayran), sie essen nichts wozu man ein Messer braucht, sie waschen sich nicht und schlafen auf dem Boden. Jeden Abend stimmen sie Klageliedern an und verfluchen der Yezid und seine Nachkommen. Der Ton steigt weinend und schreiend.

    Die Klagen für Huseyn und die Märtyre von Kerbela sowie der Fluch für Yezid und Schirm gehören zu allen Zeremonien. Sie bringen unkontrollierte Reaktionen mit sich an die Brust, man schlegt der Kopf gegen die Wand. Allgemein ist Huseyn das Symbol der leidenden Menschheit.

     

    Wie wir gesagt haben, die Aleviten finden die äussere Seite der Religion nicht wichtig, aber sie haben ihre eigene Zeremonien wo die Hauptsächlichste ist der Ayn-i Djem. In der Stadt und seinen Umgebung der Ayn-i Djem findet einmal die Woche statt, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Aber in den Dörfern wo es kein Dede gibt, findet es statt wenn der Dede ankommt. Es dauert dann sehr lang, man profitiert bei der Gelegenheit von allen Dingen die anfielen. Man schreitet zur Einweihung, denn ein Alevi kann an einem Djem nicht teilnehmen, solange er nicht eingeweiht ist, man schreitet auch zur Zeremonie des Musahibs “Jenseitsbruderschaft�, wir sprechen davon später. Man verhandelt auch die Vorkommnisse nach dem Gewohnheitsrecht. Der Dede untersucht die Fälle und gibt die Strafen nach seinem Ermessen. Er kann verbieten, dass sie an dem Djem nicht teilnehmen, wenn er der Meinung, ist das die Verfehlung schwer ist. Während der Zeremonie, sind die Frauen zuglassen, wie bei den alten Türken.

    Wenn alle Fälle der Gemeinschaft erledigt sind, fängt der Djem an: man bringt das Opfer, welchem der Dede seinen Segen gibt und er wählt die zwölf Männer aus, die die zwölf Dienste (On Iki Hizmet) verrichten sollen. Jeder hat einen besonderen Dienst während der Djem. Jeder symbolisiert eine Person vom Jenseits: der Gözcü oder Anseher symbolisiert Ali; der Saki oder Mundschenk symbolisiert Huseyn; der Farasch oder Feger symbolisiert Selman-i Farsi, u.s.w. Der Dede zündet zwölf Kerzen an und die Zeremonie fängt an.

    Der Djem wiederholt auf unseren Erde die Mysterien welche statt fanden im Jenseits. Der Dede ist assistiert bei dem Aschik-Ozan, (der Sänger). Manchmal ist der Dede zur gleichen Zeit der Sänger. Der Sänger erzählt von dem Mythe der Erschaffung: Der Engel Gabriel (Cebrail) fliegt um den Thron von Gott. Eine Stimme fragt ihn: “Wer bist du? Wer bin ich? “ Gabriel antwortet: “Ich bin ich, du bist du!� Thron bleibt geschlossen und Gabriel fliegt ins Unendliche. Seine Flügel sind bedeckt mit Blut. Eine Stimme vom Jenseits sagt ihm was er sagen muss. Er sagt: “Du bist der Schöpfer, ich bin die Kreatur!� Und die Toren des Himmels öffnen sich.

    Dann singt der Sänger von Miradj, des Propheten Himmelfahrt. Während der Zeit geschehen viele Dinge. Zu erst trifft Muhammed einen Löwen der ihm den Weg verspart. Er wirft ihm in den Rachen den Ring der Prophezeiung. Später gibt Ali ihm den Ring zurück und der versteht, dass der Löwe Ali war. Dann kommt der Prophet zu dem Thron Gottes. Er hört eine Stimme hinter dem Schleier die der Stimme Alis gleicht. Er reist den Schleier ab und sieht Ali. Er sagt ihm: “O Ali! Wenn ich nicht gesehen hätte, wie du von deiner Mutter geboren wurdest, würde ich dich Gott nennen. Ich bin zu dir gekommen, aber nicht zu deinen Mysterien.�

    Der Prophet kommt zu dem Banquet von Vierzig. Der Ayn-i Djem ist die Wiederholung auf unsere Erde von dem Banquet der Vierzigern. Als Muhammed an dem Banquet ankommt, fragt er, wo er sich befindet. Ali – der Muhammed nicht erkennt—antwortet: “Wir sind die Vierzig und die Vierzig sind eins.� Mohammed verlangt einen Beweiss. Ali schneidet sich in die Hand und sofort erscheint Blut auf den Händen der Vierzig. Der Prophet sagt: “Aber sie sind nur 39!� “Einer von uns, antwortet man, ist Nahrung holen gegangen.� Und sofort erscheint eine Blutende Hand. Selman-i Farsi war die Nahrung holen. Er kommt mit einer einzigen Traube zurück. Mohammed drückt diese Traube und zieht der Scherbett welche die Vierzig betrunken macht. Mohammed lässt seinen Turban fallen der sich um die Hüfte. Sofort fangen die Vierzig an sich zu drehen.

    Als der Sänger an diesen Teil des Liedes kommt, steht die Gemeinde auf, macht sich einem Schal um die Hüfte und dreht sich. Die Frauen und die Männer in der Folge machen einen Kreiss.

    Der Djem ist in mehrere Teile eingeteilt: erst singt der Sänger drei Nefes von Hatayi zu Loben die zwölf Imamen. Dann kommt der Tevhit welchen der wichtigste Teil der Zeremonie ist: der Name von Ali ist vermischt mit dem von Gott. Die Gemeinde singen mit dem Sänger, wiegen sich nach recht und links und schreit: “Schah! Schah!� Dann bringt der Mundschenk eine Schale mit Wasser. Sänger Erzählt die Tragödie und schreien: “Fluch über Yezid!� Der Mundschenk schleudert Wasser über die Gemeinde und schreit: “Fluch über Yezid!� Der Djem endet mit den Gebeten und die Gemeinde geniessen das Festmahls des Opferlamms.

    Man kann noch vieles hinzufügen. Z.B. der Tanz der Aleviten bei denen die Arme in Bewegung sind, imitierend den Flug des Kranichs. Der Kranich ist ein Zugvogel. Er ist das Symbol der Nomaden. Und er ist auch das Symbol von Ali. Ein schönes Gedicht von Pir Sultan Abdal fängt an mit den Worten:

    “Hazret-i Şah’ın avazı

    Turna derler bir kuşta dır...�

    Die Stimme sein Eksellens des Schah

    Befindet sich in einem Vogel den man Turna nennt...�

    Jetzt möchte ich noch einige Worte sagen von einem wictigen Gbrauch-Sitte der Aleviten: Musâib oder “Jenseitsbruderschaft.� Jeder Alevi muss ein Musahib haben. Ohne Musaib kann er an keinen Zeremonie teilnehmen. Der Musahib muss an allen wichtigen Dingen in seinem Leben teil haben: an seine Einweihung, an seine Eheschliessung, an seinem Tod.

    Man weiss, dass die alten Türken und die Mongolen eine Blutsbruderschaft hatten. Diese Blutsbruderschaft existiert noch in Anatolien. Aber die Gebrauch-Sitte der Musahib sind nicht die Gleichen. Man findet ein Gebrauchsitte die sehr ähnlich ist zum Musahib bie Mahmud al Kaschgari. Mahmud al-Kaschgari schreibt das jeder Händler und Handwerker einen Teilhaber hatte, welcher er Biste nennt. Die Gewohnheit einen Teilhaber zu haben, gab es auch bei den Akhis, in den Zünften der Anatolien. Diese Gewohnheit haben die Aleviten übernommen. Bei den Aleviten ist es ein religiöses Ritual geworden. Es gleicht sich an eine mystische Zeremonie welche statt fand ihm Jenseits: als die Welt erschaffen wurde, der Engel Gabriel legte ein Gürtel um die Hüfte von Adam. Sie wurden Musahib. Im Zeit des Islams, der Prophet nahm Ali an seine Brust, er legte ihm ein Gürtel um die Hüfte, wie es der Engel Gabriel tat. Sie wurden auch Musahib. Im Mittelalter während den Einweihungen der Akhis, legte man den neuen Eingeweihen einen Gürtel um Hüfte. Dieser Gebrauch wie auch der Musahib, kommt von Akhis.

    Ich möchte dazu sagen, dass die Gebräuche der Musahib einen sozialen Charakter haben: die Musahiben müssen sich so lange sie leben einander helfen.

    Bevor ich zum Ende komme, möchte ich noch einige Worte dazu fügen, was die Philosophie der Bektaschis betrifft.

    Der Bektaschismus ist impregniert von Humanismus. Seine Charakteristik ist Toleranz, Lıberalismus, er hat einen offenen Geist und Nähstenliebe. Jeder Mann muss sich selbst kennenlernen und seinen Nähsten anerkennen als seinen Bruder. Er soll keinen Unterschied geben zwischen den Menschen: keine Differenzen zwischen Religionen, zwischen Rassen und keine sozialen Unterschiede.

    Ich möchte hinzufügen, dass die Frauen bei den Bektaschis mit viel Respekt behandelt werden. Sie nehmen Teil an allen Zeremonien, wie die Männer und man erkennt sie an als Schwester und Gefährtin.

    Ich schliesse meinen Vortrag mit einem Gedicht von Kaygusuz Abdal ab, der in XIV. Jahrhundert gelebt hat.

    “Dervişlik hırkada tacda değildir

    Issılık odda sacda değildır

    Hakkı ister isen Adem’de ıste

    Irak’ta Mekke’de Hac’ta değildir

    Döğüp bir kardeşin hatırı yıkma

    Döğüp bir kardeşin hatırı yıkma

    Egilüb kıldığın secde değildir

    Aşkile ölegör Kaygusuz Abdal

    Aşkile ölmez sen güçte değildir.�

    “Die Qualität der Derwisch ist im Kleid nicht im seinen Hut

    Die Hitze ist im Feuer nicht im Blech

    Wenn du Gott finden willst such Ihm im Menschen

    Er ist nicht im Irak, nicht in der Mekke, nicht beim Pilgern

    Breche nicht das Herz deines Bruders

    Es hat keinen Zweck sich kniend dem Gebet zu ergeben

    Sterbe mit Liebe Kaygusuz Abdal

    Wenn du nicht mit Liebe stirbst, hattest du keine.�

     

    * Dieser Text basiert auf einem Vortrag, der im Mai 1991 an der Universität Hamburg im Rahmen einer Ringvorlesung „Alevitentum“ abgehalten wurde.

    Erstveröffentlichung im Heft "Bin Yilin Türküsü- Das Epos des Jahrtausends", Hrsg.: Föderation der Aleviten Gemeinden in Deutschland e.V., Mai 2000, Köln

    ** Ohne vorherige Erlaubnis der Alevitischen Gemeinde Deutschland darf dieser Beitrag nicht veröffentlicht oder kopiert werden.

     








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